Spezial-Magnetresonanztomograph (MRT) geht in Betrieb
![]() | Hyperthermie: Die neue Waffe gegen Krebs Bestrahlung, Chemo, Operation – ein vorgezeichneter, nicht nur Betroffenen bekannter Weg, wenn die Diagnose Krebs gestellt wird. Doch es gibt darüber hinaus noch eine wirkungsvolle Zusatztherapie, die den wenigsten bekannt ist: Die Hyperthermie. Bei der Hyperthermie werden die vom Krebs befallenen Partien des Körpers erwärmt, sozusagen in einen künstlichen Fieberzustand versetzt, so werden die Krebszellen zerstört. Sehr lange Zeit galt die Hyperthermie als eine eher exotische Methode und wurde nur bei seltenen Tumorarten eingesetzt. |
| Neue Studien aber zeigen, dass die Kombination aus herkömmlicher Chemo- und Strahlentherapie die Überlebenschancen erheblich erhöht. In Düsseldorf, dem weltweit einzigen Zentrum wo Kinder behandelt werden, konnten die Heilungsaussichten der kleinen Krebspatienten in bestimmten Fällen sogar verdoppelt werden. Die Therapie durch Hyperthermie soll nun auf die unterschiedlichsten Tumorarten ausgeweitet werden. So will man eine neue effektive Waffe gegen den Krebs schaffen. In Düsseldorf wird auch die kleine Henriette (2 ½, Foto) behandelt, vor knapp einem Jahr, ausgerechnet am Heiligen Abend, erfuhren ihre Eltern die niederschmetternde Diagnose. Das kleine Mädchen hatte Krebs, ein Tumor vor dem Steißbein, der schon bis in den Bauchraum wucherte. | |
| Diesen Tumor konnte man operativ entfernen, auch die anschließende Chemotherapie war erfolgreich, aber im Sommer kam dann der Rückfall, und nun sitzt der Tumor an einer Stelle, an der eine Operation zu gefährlich wäre. Daher setzen Henriettes Eltern ihre Hoffnung in die Hyperthermie. Kaum Nebenwirkungen Die Uni-Kinderklinik Düsseldorf ist weltweit das einzige Zentrum, das kleine Krebspatienten wie Henriette mit dieser speziellen Wärmetherapie behandelt. Die Kinder werden in einen künstlichen Schlaf versetzt. |
| Dann befestigen die Ärzte Temperaturfühler an der Haut und setzen Katheter im Tumorbereich – bei Henriette im Becken, um so ständig die Hitze im Körper überwachen zu können. Das eigentliche Hyperthermiegerät ist der Ring. Von ihm aus werden über kaum sichtbare Antennen elektromagnetische Wellen ausgesendet, die so gesteuert werden, dass sie sich im Zentrum des Tumors treffen. So entsteht nur im befallenen Gewebe eine Wärme von 42 bis 44 Grad Celsius, nicht aber im gesunden. So werden gesunde Zellen nicht geschädigt, wo hingegen die Krebszellen höchst empfindlich auf die Überhitzung reagieren. Für eine vollständige Vernichtung des Tumors reicht die Hyperthermie allein aber nicht aus, nur die kombinierte Behandlung mit Chemo- und Strahlentherapie vermag die tödliche Wirkung auf die Krebszellen zu verstärken. Neuste Studien zeigen, dass sich die Heilungsaussichten für die Patienten durch diese Kombi-Therapie maximieren lassen, vor allem bei fortgeschrittenen oder hartnäckig wiederkehrenden Tumoren im Becken- und Bauchraum. So hat auch Henriette große Chancen, geheilt zu werden, und das aufgrund einer Heilungsmethode, die so gut wie keine Nebenwirkungen hat. Diese Wärmetherapie soll für alle Krebspatienten, aber vor allem auch für Kinder eine wichtige Zusatzbehandlung werden, um den Kampf gegen den Krebs in Zukunft noch effektiver zu gestalten. | |
