LarsLars

Denn jedes Kind das stirbt ist eines zu viel
Vor acht Jahren wurden wir gemeinsam mit Lars Dupik in die 5. Klasse eingeschult. Nach zwei Jahren erkrankte er an Leukämie. Ein Schock – aber die inzwischen guten Heilungschancen bei Kindern und Jugendlichen machten ihm und uns Mut und wir versuchten ihn zu unterstützen, so gut es ging. Er wurde gesund, schaffte das Schuljahr und konnte in seinem Verein auch wieder Fußball spielen.
Im Herbst 2003 dann die Hiobsbotschaft – der Krebs war wieder da. Wir waren alles fassungslos, denn nichts hatte darauf hingewiesen, dass er wieder erkrankt sein könnte. Wir wussten, was diese erneute Diagnose bedeutete und wie viel Kraft und Unterstützung Lars in der kommenden Zeit benötigen würde.
Nach schier endlos erscheinenden Monaten mit immer neuen Krankenhausaufenthalten, großen Mengen an Medikamenten und aggressiver Chemotherapie wurde deutlich, dass letztlich nur eine KMT eine reale Chance auf Heilung bringen würde.

Und tatsächlich wurde ein Knochenmarkspender gefunden, was keineswegs selbstverständlich ist. Nach der Transplantation hatte Lars wiederum eine schwere Zeit vor sich, sein geschwächter Körper schien Krankheiten nur so anzuziehen und die Behandlung war ebenso intensiv wie qualvoll. Doch dank seinem überaus starken Willen, seiner Kraft und unglaublicher Energie, seiner Familie und vielleicht auch ein bisschen durch uns, seine Freunde, überstand er diese schlimme Zeit. Kurz vor den Sommerferien stellte sich jedoch heraus, dass er erneut eine Knochenmarktransplantation benötigen würde, um diese so hartnäckige Krankheit besiegen zu können.
Aber die Qualen und Schmerzen der vergangenen Monate hatten ihren Tribut gefordert, seine Kraft und sein Lebenswille erloschen. So ging er am 21. September 2004, einen Tag vor der zweiten Knochenmarktransplantation, von uns. Für ihn, der so sehr gekämpft und gelitten und seine Grenzen erfahren hatte, war es eine Erlösung – für uns, die um ihn trauern, bleibt eine große Lücke. Wir werden lernen müssen damit zu leben, vergessen werden wir Lars nie. Sein großes Anliegen war es, dass die Ausstattung und die Angebote der Kinderkrebsklinik funktionell und aktuell sein sollen. Leider ist dies nicht selbstverständlich, denn gespart wird auch in Bereichen, in denen es um Leben und Tod geht, so unverständlich uns das auch erscheint.
Die Elterninitiative Kinderkrebsklinik finanziert seit 25 Jahren lebenswichtige Anschaffungen, fördert Forschungsprojekte, hat die Knochenmarktransplantations-Station zu einem großen Teil finanziert, unterstützt Selbsthilfegruppen verwaister Eltern krebskranker Kinder, bietet Gesprächsgruppen an und bemüht sich um die Teleschule, die es erkrankten Kindern mittels Videokonferenz ermöglicht, aktiv am Unterrichtsprozess teilzunehmen, ohne in der Schule anwesend zu sein und vieles mehr. Die Teleschule und die angebotenen Kinder- und Jugendfreizeiten waren Lars immer besonders wichtig, denn beide Projekte stärkten ihn über lange Zeit in seinem Willen, es zu schaffen, teilzunehmen am Leben. Er gab die Hoffnung nie auf, in seiner Jahrgangsstufe 12 wieder einsteigen zu können, er lernte, wann immer seine Kraft es zuließ.

Auf diesem Weg möchten wir uns ganz herzlich auch im Sinne von Lars bei den Lehrern bedanken, die ihn mit so viel Engagement, Kraft, Zeit und auch Herz unterstützt haben. Auch die Jugendfreizeit war wichtig für ihn, sie lenkte ihn von seiner Krankheit ab, gab ihm gleichzeitig die Möglichkeit, Leidensgenossen zu treffen, die entweder inzwischen geheilt waren oder wie er noch kämpften. Wir finden, die Elterninitiative Kinderkrebsklinik erfüllt eine außerordentlich wichtige Funktion. Aus diesem Grund hat unsere Schule bereits 730 Euro gespendet. Uns ist bewusst, wie viel Hilfe und Unterstützung Lars durch die Elterninitiative erfahren hat und wie sehr noch viele andere Kinder auf eben diese Hilfe und Unterstützung warten und dringend angewiesen sind.


Deshalb bitten wir auch Sie um Spenden.

Annika Rückert und Sebastian Kluckow, Stufe 12

 

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