Neunjähriger Junge aus Afghanistan hat Leukämie

Kinderklinik bittet um Spenden: Neunjähriger Junge aus Afghanistan hat Leukämie. Shafi erträgt alles still und tapfer / Von TINA STOCKHAUSEN
Einen Sherlock-Holmes-Teddy, zwei Kuscheltiere und drei Spielzeugautos haben die Krankenschwestern in sein Bett gelegt. Shafiqullah beachtet nichts davon. Der neunjährige Junge starrt an die Wand seines Zimmers in der Intensivstation der Kinderklinik an der Heinrich-Heine-Universität. Shafiqullah, den die Schwestern „Shafi“ nennen, kommt aus Afghanistan. Er hat Leukämie. In der vergangenen Woche ist er gemeinsam mit anderen kranken afghanischen Kindern nach Düsseldorf gekommen. Von dort aus sollte es zur Behandlung nach Mecklenburg-Vorpommern gehen. Knochenentzündung im linken Unterschenkel - so lautete die Diagnose. Doch auf dem Flughafen brach der Junge plötzlich zusammen. Bei der Untersuchung stellten die Ärzte in der Düsseldorfer Universitätsklinik den Krebs fest. „Shafiqullah hat unendlich viele Schutzengel gehabt“, sagt Ärztin Dr. Dagmar Dilloo. „Da er auf dem Flughafen kollabiert ist, konnten wir ihn schnell versorgen.“ Den Zustand des Jungen haben die Ärzte stabilisiert. Doch jetzt stehen sie vor einem weiteren Problem: Die Betreuung und die Medikamente sind teuer, viel teurer als die Behandlung einer Knochenentzündung. „Zwei Jahre dauert es, bis der Junge gesund ist“, sagt Dilloo. „Die Heilungschancen stehen bei 70 Prozent.“ Nur: Das Geld fehlt.

Die Chemotherapie finanziert die Elterninitiative der Kinderkrebsklinik. Danach geht Shafiqullah für 15 Monate in ein Friedensdorf in Oberhausen. „Die Behandlung kostet 100 000 Euro“, sagt Dilloo. „Das übernimmt keine Krankenkasse.“
Deshalb tut die Kinderklinik jetzt etwas, was sie sonst sehr selten macht: Sie bittet um Spenden. „Shafiqullah ist dringend auf Hilfe angewiesen“, sagt Dilloo. „Er braucht noch einige Schutzengel, um gesund zu werden.“ Zurzeit versuchen die Ärzte, Kontakt zu den Eltern herzustellen: Shafiqullahs Vater ist im Krieg gefallen, seine Mutter wohnt mit seinen vier Geschwistern in der Provinz Parvan, 80 Kilometer nordöstlich von Kabul. Mehr wissen die Ärzte nicht über Shafiqullah. Der Junge spricht selten. „Meistens liegt er nur still da und erträgt alles tapfer“, sagt Dilloo.

Die Schwestern haben den Sherlock-Holmes-Teddy am Fußende des Bettes aufgestellt. Damit Shafiqullah ihn besser sehen kann. Der afghanische Junge schaut zur Seite.
Düsseldorfer Stadtpost (RP)

Shafi wieder in Kabul
Der größte Wunsch von Shafigulla (er wurde von uns liebevoll Shafi genannt) war es, nach langer Krankheit endlich wieder in Kabul bei seiner Familie zu sein. Wir sind dankbar und glücklich, daß er jetzt wieder daheim ist und es ihm gut geht.
Besonders danken wir den vielen Menschen, die sich aufopfernd um Shafi gekümmert
haben und durch ihre Spenden die Behandlung in Düsseldorf ermöglichten.

Ursula Zappey

                 

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