Und wenn wir es bis nach Oexen schaffen....
9 Monate Chemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation hatten wir gemeinsam durchgestanden, 6 Monate hatten wir uns zu Hause „erholt“ und nun haben wir es geschafft zusammen zur Reha nach Bad Oexen zu fahren: JANNIK & JONATHAN !Für uns war es ein wahrer Meilenstein, das Sprungbrett zurück ins normale Leben. Zu siebt haben alle Jägers und Wielands das großzügige Angebot und die wunderschöne Anlage genossen. Das Programm für die Jungens (3¼ und 4 Jahre alt) war stramm und damit auch für die Eltern ein echtes Trainingslager. Der eine schaffte mehr schlecht als recht sein Mittagsschläfchen, der andere war um 18.00 Uhr abends im Bett. Eine gute Woche bis 10 Tage haben wir schon gebraucht, um mit Routine und ohne Stress den Anwendungsmarathon zu bewältigen. Aber was auf was hätten wir verzichten sollen ? Den Jungens hat alles Spaß gemacht. Wenn sie nicht beim Reiten, Schwimmen, Gymnastik oder bei sonstigen Anwendungen waren, konnten die Buben im Kindergarten „chillen“ (meist saßen sie einfach nur in der Sonne auf der Bank). Hannah, Jannik's große Schwester und Jonathan's Herzblatt, tauchte nach Schule und Schwimmen oder Voltigieren gerne in der „Drachenhöhle“, die Betreuungseinrichtung für Schulkinder, ab. Wir Eltern hatten Sport oder einfach Zeit zum sich sortieren. Wir hätten die Jungens auch von Zivis zu den Anwendungen bringen lassen können, dann hätten wir mehr Zeit gehabt. Selbst dem Hobby Wäschewaschen, -trocknen und bügeln (besser mit dem eigenen) konnte man hier nachkommen. Vor dem Abendessen gab es oft eine flotte Runde auf Laufrad und Roller vor dem Haupthaus und die sagenhafte „Ritterburg“, ein riesiges Kletterparadies, war immer mal Kulisse für die griechisch-römischen Wettkämpfe der Buben. Uns hat das Essen irgend wie immer geschmeckt, die „Beute“ wurde am Tisch unter allen so lange geteilt und verschoben, bis alle etwas Leckeres hatten, und wem es immer noch nicht geschmeckt hat, dem reichte Obst oder Brot bis zur nächsten Mahlzeit. Mitgebracht hatten wir viel Erschöpfung, Stress und etliche Krankenhaus-Marotten. Besser mitgebracht hätten wir eine Pausenbrotdose für jedes Kind, eine Sporttasche für jeden, 2 Paar Sportschuhe für draußen und drinnen und unser eigenes Babyphone. Froh waren wir über unsere Laufräder, Bobby Cars und Roller, Fahrräder kann man vor Ort gegen kleines Gel leihen. Die Kiste mit Büchern und Spielsachen hätten wir komplett zu Hause lassen können, es gab immer was besseres zu tun. Ein Besuch von den Großeltern erlaubte das Unnötige gegen das Vermisste zu tauschen. Wir haben nette Familien kennen gelernt, mit ihnen gelacht, erzählt und uns über die Fortschritte der Kinder gefreut. Wir haben ein entspanntes medizinisches Team um Herrn Krauth direkt am ersten Tag mit Bindehautentzündung an allen 4 Augen der Jungens auf die Probe gestellt („aber jetzt macht nicht alles im Doppelpack“). Nach Hause mitgenommen haben wir viel Kraft, Perspektive und Selbstbewusstsein und gute Anhaltspunkte der Therapeuten uns Jungens weiter zu fördern. |
JANNIK & JONATHAN !